2015-05-04 | FLORIAN OSTERTAG & NASIM (D)




                  Ein 400-Seelen-Dorf auf der schwäbischen Alb, verfrorene Schneebilder und winterliche Einöde. Vielleicht noch ein Kaminfeuer und eine Flasche Rotwein; fertig ist die perfekte Kulisse, um die Seele baumeln zu lassen, der Kreativität neue Schübe zu gönnen und all das, weshalb nicht selten Künstler von Meilenweit an solche Domizile schwärmen. FLORIAN OSTERTAG ist schon da. Seit über 30 Jahren bietet dieses Szenario dem Singer-Songwriter mit der unverkennbaren Stimme eine Heimat – geprägt von ländlichem Alltag und festen Strukturen. Gleichzeitig ein unmissverständlicher Nährboden - die Seele seines kreativen Ichs, aus dem der unaufgeregte Eigenbrötler spätestens seit seinem Debutalbum The Constant Search (Maria Records, 2009) facettenreiche und ambitionierte Werke zu Tage fördert und mit Songs wie „Let It Go“, „Home“ oder „Africa I Come“ sein musikalisches Selbst in die Herzen der Zuhörer katapultiert. Florian Ostertag hat die Innerlichkeit eines Dorfjungen fortan hinaus in die Welt entlassen. Schluss mit jugendlichen Träumereien, auf in die Realität und runter vom Berg. Die Liste der gespielten Konzerte lässt sich inzwischen schier in Buchform tippen, darunter etliche Supportshows für Philipp Poisel, der zudem nicht lange wartet, ehe er sich den charmanten Multi-Instrumentalisten 2010 in die eigene Band holt. Ostertags Musikerdasein nimmt feste Formen an, Ereignisse überschlagen sich, Newcomer-Preise werden gewonnen, seine Lieder tauchen in Filmproduktionen auf und ein wachsendes Publikum will seine eingängigen Melodien nichtmehr missen. Die Zeit fliegt, doch die Straße zährt. Ostertag zieht es 2013 zurück in die altervertaute Kulisse. Beziehungen leben, Kraft schöpfen, Ideen sammeln. Hier und da eine kleine Café-Show mit Freunden. Der Anspruch ist gesetzt: Freiraum für Neues lassen. Neue Lieder sollen entsehen, gespickt mit gereiften Erfahrungen. Die Zeit dafür nimmt er sich ungeniert. Auf dem Dorf ticken die Uhren ohnehin etwas langsamer. So bleibt auch genug Zeit, um mit NASIM, guter Freund und seines Zeichens Stuttgarter Newcomer am Deutschfolk-Firmament, im hauseigenen Tonstudio über Phantasien aus Tausenduneinernacht oder die wöchentliche Kehrwochenpflicht zu sinnieren und nebenbei hinter verschneiten Fenstern Nasims Debutalbum „darf ich zu dir ich sagen“ zu produzieren. Eine Abwechslung, die letzten Endes beiden Künstlern neue Erfolge verspricht. Nasim hält eine leere Flasche Rotwein und ein Album voll warmer Folksongs in den Händen, deren Texte von einer ungreifbaren Magie durchzogen sind, wie sie nur eine arabische Seele in die deutsche Sprache hauchen kann. Florian Ostertag indes erlaubt diese Phase Abstand und Wiederfinden seiner kreativen Natur. Zurück auf den Boden, der Neues erwachsen lässt. Ein komplettes Album soll veröffentlicht werden, wenn die Blätter wieder fallen. Doch was eignet sich besser zum Vorgeschmack, als frühjährliche Hybridkonzerte mit Weggefährte Nasim, auf denen es zu gleichen Teilen und in gegenseitiger Unterstützung dessen Erstveröffentichungen sowie Kostproben der neuen Ostertag ́schen Songwriter- Kunst zu genießen gilt? Vielleicht noch eine Flasche Rotwein dazu und fertig ist die perfekte Kulisse für ein feinsinniges Musikerlebnis.



 
 
 
 
       
Platoo Montag in der Scherbe
FLORIAN OSTERTAG & NASIM (D)
04.05.2015
Beginn 20:45
Abendkassa: 7€
Weitere Infos auf www.facebook.com/platoomusic

 


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