NEUSCHNEE

Neuschnee sind anders. Was diese Band macht, macht nur diese Band. Sie sind klassisch ausgebildete MusikerInnen und werden von der Idee geleitet, ein Streichquartett aus einer Songwriting-Perspektive neu zu denken. Es werden Rockelemente und elektronische Einflüsse so integriert, dass ein ganz eigenes, spezifisches Profil entsteht. Im Gegensatz zu den Streichern in der "Popmusik", die ihr Dasein größtenteils als Beiwerk fristen, sind sie hier das tragendene Element. Mehr Rhythmus - weniger Schmalz. Die Texte von Sänger und Mastermind Hans Wagner klagen an, fordern heraus und kennen dennoch keine Berührungsängste mit den Abgründen der eigenen Befindlichkeiten. Er hadert mit sich. Er hadert mit der kapitalistischen Geldwirtschaft. Er hadert mit dem Begriff von Liebe im Jahr 2011. Dabei vermeidet er es sich vorgefertigter Schablonen zu bedienen. Kein zeitgestiges Geschmiere, keine Angst davor sich auch mal zwischen die Stühle zu setzen. Neuschnee sind eine Ode an und ein Abgesang auf das Leben. 2008 haben sie ihr Debüt "Wegweiser" vorgelegt, damals überwiegend in der klassischen Streicherbesetzung. 2011 finden sie auf " Bipolar" zu ihrer ureigenen Sprache. Musikalisch wie textlich. Klassik-Elektro-Punk? Und ob das geht! Je nach Konzertort treten sie ohne oder mit Schlagzeug auf und rücken damit ihre klassische oder beatlastige Seite in den Vordergrund. Am liebsten stets beides.



Pressestimmen:

Die Wiener Band um Hans Wagner singt zwar in jenem bundesdeutschen Idiom, dessen sich auch Christina Stürmer befleißigt. Die zwischen kammermusikalischen Streicherpopklängern und Elektro-Funk angesiedelten, vertrackten und eigenbrötlerischen Stücke, etwa der "Hit" - Sag mir nicht - (mit dem Rapper Parkwächter Harlekin als Gast) überzeugen, allerdings mit einem in Österreich lange nicht gehörten Alleinstellungsmerkmal: Diese Leute sind wahnsinnig. 
(Christian Schachinger, DER STANDARD)
Klassisch ausgebildete Musikerinnen und Musiker kombinieren ihre Streichinstrumente mit Rock, Elektronik, Rap und Punk. Abgefahren! Eine nebensächliche, aber schwierige Frage ist: wo einordnen? Denn zusätzlich zu den drei üblichen Hauptverdächtigen Gitarre, Schlagzeug und Bass und diversen anderen Instrumenten zeichnet sich die vielköpfige Truppe um Hans Wagner durch den massiven Einsatz von Streichern aus. Violine und Viola, Cello und Geige lassen rätseln: ist das jetzt Indie, kammersymphonisches Songwriting oder Klassik? Es ist alles. Es ist, wie die Band selbst sagt, Crossover Kammermusik – und das macht Neuschnee ziemlich einzigartig. Musikalisch teilt sich das Album in zwei Hälften. Die erste ist langsam und balladesk, gefällig und rhythmisch oder pathetisch und melancholisch. Das ist ganz ok, aber richtig gut ist die zweite Hälfte. Denn bei den Uptempo-Stücken kommt die Außergewöhnlichkeit der Kombination besonders zur Geltung. Der Mix aus Streichern, Rock, Punk und Elektronik ergibt ungewöhnliche, spannende und wuchtige Hörerlebnisse.
(Martin Zellhofer, The GAP)
Perfektion tut weh, denn sie ist oft trocken. Nicht so bei Neuschnee, die mit ihrem unverwechselbaren Stil den Crossover-Pop neu erfinden. Hans Wagner, Frontman und Gehirn der Band Neuschnee, ist zwar Deutscher, doch seine Band verkörpert etwas Ur-Österreichisches: Seine Musiker sind perfekt ausgebildete Klassikinstrumentalisten, die seinen Songs den unverwechselbaren Neuschnee-Charakter geben. Anstatt die Songs mit bombastischem Orchestersound zu hinterlegen, wie es so oft im Pop gemacht wird, gibt Wagner jedem Instrument seine eigene Stimme, seinen eigenen Platz. Das Resultat ist atemberaubend: Die Viola unterhält in "Kettenkarussell", das Cello tröpfelt in "Bodenlos"; und wie könnte man Aggressivität besser zum Ausdruck bringen, als mit hysterisch kreischenden Violinen in "Nur der Mond". Höhepunkt des Albums ist definitv "High", ein Song, der so ungreifbar bombastisch ist, dass man ihn kaum mit Worten zu beschreiben vermag. Wagner ist ein charismatischer Poet, der nicht nur schön-melancholische Texte schreibt, sondern auch mit viel Selbstironie die Oberflächlichkeiten des Alltags besingt ("Du bist nicht allein") und zugibt, dass er seine Gitarre mit ins Bett nimmt, wenn's ihm mal schlecht geht. Applaus!
(Sandra Keplinger, Der Wiener)
Dieser Neuschnee flockt in die Ohren. Was nicht heißt, dass er nicht auch aus himmlischen Sphären stammt. Hans Wagners abenteuerliches Musikunternehmen dieses Namens stellt die Reputation klassisch ausgebildeter Musiker im Pop wieder her. Sonst werden die Hochausgebildeteten als eine Art Humanroboter angesehen, von denen nichts zeitgenössisch Relevantes zu erwarten ist. Bei Neuschnee ist das radikal anders. Im Zentrum der Kombo ist ein munteres Streichquartett versteckt, das Wagners unorthodoxen Gesang höchst flexibel kommentierend begleitet. Dazu kommt Wagners eigentümlicher Stilmix mit Elementen aus Punk, Chanson und Hip-Hop.
(Samir H. Köck, Die Presse – Schaufenster)
Hans Wagner zählt zu den interessantesten Köpfen der Wiener Szene. Sowohl im Duo Das Trojanische Pferd als auch mit Neuschnee arbeitet er in der Grauzone zwischen Kammermusik und Indiepop an einer eigenen Version des deutschsprachigen Kunstlieds. Bei Neuschnee lässt er seine poetischen Texte von einem Streichquartett begleiten. Dass diese Kombination nur selten zu Kitsch – und dann nicht zum schlechtesten –führt, liegt an den ideenreichen, verspielten Arrangements. Man höre den Reggaegroove von "Du bist schön" oder die überraschend rockigen Stücke im zweiten Teil des Albums.
(Sebastian Fasthuber, Falter)

22.04.2013
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NEUSCHNEE
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