GUSTAV

Wenn Eva Jantschitsch alias Gustav zum Verlassen der Stadt aufruft, und ihrer Botschaft mit minimalistsichen Einwürfen Raum zum Atmen verschafft, um diesen Luftraum gleich wieder mit Asbest verseuchter Luft abschnürt, Menschen in abgetrennten Ghettos der Stadt auf den Asphalt knallen lässt, oder die Kanäle der Stadt fluten lässt, kann es schon sehr still werden im Saal. Man hält dann inne, ist von den klugen Texten betroffen, wird eingelullt, um dann im nächsten Augenblick zwingend aus dem Wachkoma gerissen zu werden. Es verlangt der Moment, die Künstlerin, die Dynamik. Gustav hat ihr Publikum im Griff. Sie fadisiert zu keinem Moment, zu intensiv ist das Erlebte. Zu all dem bekennt sie sich schuldig. Auch dann, wenn sie scheinbar schuldlos mit den Vögeln singt. Und es gibt’s ja auch noch das „Lied mit dem Fisch“, das ihr schon 2004 soviel Aufmerksamkeit zuteil werden ließ und von Rettung spricht. Egal, denn alles renkt sich wieder ein. Das Verlassen der Stadt sollte jedoch zumindest auf nach den 19. November verschoben werden...


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